too much trouble

Sollte Weihnachten nicht eigentlich besinnlich sein?

Ich bin wirklich schrecklich, wenn es um mein „perfektes Fest“ geht-  böse Zungen betiteln mich als „Weihnachtsnazi“, allerdings merke ich dieses Jahr mal wieder: man kann nicht alles planen.

Ich habe mir unendlich viel vorgenommen und schaffe nicht einmal die Hälfte.

Angefangen hat das ganze Chaos mit meinem schmerzlichen-WLAN-Verlust. Danke Telekom. Wie sollte ich denn meine geplanten Blog-Beiträge schreiben?

Als ich dann endlich wieder die Möglichkeit hatte, zu schreiben, kam mein ganzes Privatleben durcheinander. Ich bin froh, dass alles noch vor dem Start ins neue Jahr geschehen ist, so kann ich 2017 beginnen, wie ich möchte. Ohne „Skandale“.

Was bei mir los ist?

Ich habe mich wahnsinnig in einem Menschen getäuscht, woraufhin ich einen Schlussstrich zog- trotzdem komme ich aus dieser ganzen Story irgendwie nicht heraus. Ich frage mich ständig, warum mein Menschenverstand ausgesetzt hat, warum ich mich so an der Nase habe herumführen lassen. Mir ist das schon oft passiert. Das macht das ganze noch peinlicher. Ich halte Personen für vertrauenswürdig und großartig, die mir letztlich ein Messer in den Rücken rammen und ich verschließe so lang die Augen davor, wie es nur geht. Irgendwann steh ich vor den  Trümmern und frage mich wieder einmal, wie das passieren konnte. Immer wieder. Damit sollte jetzt Schluss sein. Ich bin jetzt skeptisch. Mein Vertrauen muss man sich nun hart erarbeiten.

Mir geht auch viel anderes durch den Kopf.

Ich kam zur späten Erkenntnis, dass ich einmal einen Menschen in meinem Leben hatte, der sich sehr um mein Wohl gesorgt hat- mehr, als ich ahnte. Im Nachhinein versteh ich so vieles. Leider hat das alles zu lang gedauert und die Verbindung ist einfach kaputt. Zu viel Gerede, zu viel Tamtam. Warum höre ich nicht auf mein Herz? In dieser Zeit hatte ich wirklich Scheuklappen auf. Ich sah nicht, dass mir jemand beide Hände gereicht hat, als ich sie wirklich nötig hatte. Ich hatte zu viel mit mir zu tun. Und das tut mir leid. Schon lange. Zeit zurückdrehen geht nunmal nicht. Ich kann es künftig nur besser machen und hoffen, dass ich das dieser Person einmal persönlich sagen kann; dass ich DANKE sagen kann.

Nachdem ich vor lauter Stress meinen Baum erst nach einer Woche fertig geschmückt hatte, versuchte ich, endlich weihnachtliche Glücksgefühle zu entwickeln. Aber nein, sie stellten sich nicht ein. Und ich versuche es wirklich. Ich höre 24/7 Blublé und habe bereits zwei Packungen Räucherkerzen verbraucht.

Als mein Hund vor drei Tagen plötzlich krank wurde, brachte ich alle Kraft auf, um sie gesund zu pflegen. Magen-Darm-Virus, Giftköder,- ich weiß es nicht. Aller zwanzig Minuten mussten wir Gassi-gehen, sie hatte Schmerzen, sie weinte. An Schlaf und Ausruhen war drei Tage lang nicht zu denken, nachts natürlich auch nicht. Als die Medizin gestern anschlug, schickte ich ein kleines Stoßgebet gen Himmel.  Das hat mich wirklich getroffen. Ich hatte wahnsinnige Angst und durch den Schlafmangel steigerte sich das noch. Nun ist Kiara auf dem Wege der Besserung. Ich bin heilfroh und lasse sie keine Minute aus den Augen. Auch jetzt liegt sie neben mir. Wir passen aufeinander auf und brauchen uns mehr denn je. Hunde sind großartig. Beste Freunde in Tiergestalt. Sie ist weit mehr als ein Haustier. Sie ist ein kleiner Lebensretter. Sie hat mir das letzte Jahr so geholfen, wie es kein Mensch könnte.

Ich habe auch viel über meine Freunde nachgedacht. Sicher, einige habe ich jahrelang an meiner Seite wissen dürfen- aber warum „vergisst“ man, wie wichtig das ist? Ich versuche wirklich, das noch mehr zu schätzen. Die Neuen, wie die Alten. Besonders zwei Menschen sind mir heilig. H. & L., meine Stützen, mein Halt, meine Kummerkästen, mein Alles. Danke, dass es euch gibt- und danke auch allen anderen.

Beim Besuch meiner Uromi, gestern, habe ich mich vor lauter Freude kaum einbekommen. Meine Schwester und ich saßen bei ihr auf der Couch, mein Hund lag entspannt auf dem Teppich, meine Uroma und meine Oma saßen uns gegenüber und wir alle erzählten uns Geschichten von früher. Meine Uromi hatte einen richtig guten Tag, die Demenz hatte an diesem Tag kaum eine Chance, ihren Geist zu vernebeln. Wir redeten und redeten, lachten und erinnerten uns. Wie wichtig ist doch die Familie. Und wie schön ist es, seine Wurzeln zu kennen.

Gewissermaßen hat mich der Weihnachtstrubel etwas wichtiges gelehrt. Dankbarkeit, Selbstreflektion, Nächstenliebe, Familiensinn.

Und nun startet die besinnliche Zeit. Ich befreie mich von meinen Sorgen, ich gehe alles entspannter an. Und ich schreibe wieder.

Much love,

Laura