mein Jahreswechsel

Für Lesemuffel hab ich eine Überraschung: scrollt ganz nach unten, ich lese vor.♥

Ich melde mich zurück. Stärker. Motivierter. Hoffentlich Intuitiver.

ich schenke mir den Rückblick.

2016 war ein wirklich beschissenes Jahr und ich versuche, fast alles, was damit zu tun hat, zu vergessen. Außer die lieben neuen Freunde, die ich traf und einzelne schöne Augenblicke. Ich habe diesen Post mittlerweile 5 mal neu geschrieben und beschlossen: nein, so weit bin ich noch nicht. Ich kann darüber noch nicht schreiben, denn dann hab ich es schwarz auf weiß. Dann muss ich mir eingestehen, dass ich mich getäuscht habe, aber so richtig.

So habe ich 2016 abgeschlossen

Ich mag Silvester nicht.

Es ist laut, die Luft riecht komisch und für jedes Tier ist es einfach grauenhaft.

Ich akzeptiere den Brauch, mit Knallen die Geister zu verjagen, aber das sinnlose Geböller finde ich nicht sonderlich schön. Ehrlich gesagt, rege ich mich jedes Jahr darüber auf, wie  viel Geld für einen derart unbedeutenden Tag verbrannt wird. In allen erdenklichen Farben.

Dieses Jahr war es anders.

Mama hat am 01.01. Geburtstag und wir fuhren deshalb eine Woche in den Spreewald.

Meine Eltern und meine liebste Freundin verstehen sich sehr gut, also holten wir sie mittags ab und düsten los. Etwas Wellness, viel Essen, leckerer Wein, Natur und frische Luft,  ein bisschen Neujahrsparty und ein toller Geburtstag standen auf dem Plan.

Das Buffet am Abend war ausgezeichnet, Hannah und ich kamen allerdings etwas verspätet ins Restaurant, weil wir uns einfach immer etwas überschätzen, wenn es um´s Styling geht. Klar, eine Stunde ist genug Zeit. Aber man könnte ja die Haare  noch etwas eindrehen. Und die Lippen nochmal nachziehen. Und 5 Kleider anprobieren. Huch, plötzlich sind 3 Stunden um. Verrückt.

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Nach ausgiebiger Magenbefüllung betraten wir neugierig die fußläufig erreichbare Location. Kurzer Blick durch den bunt-geschmückten Raum. Mir fiel das festgetackerte Lächeln fast aus dem Gesicht, welches ich prinzipiell immer erstmal aufsetze, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet.

Meine Eltern waren mit Abstand die jüngsten Gäste. Abgesehen von uns. Hannah im engen schwarzen Kleidchen, ich im weißen, kurzen. Auffallen? Können wir! Nachdem wir den ersten Schreckmoment überwunden hatten, bestellten wir flüssigen Mut und fingen dann an, die Möglichkeiten abzuwägen. Natürlich, zurück in die Suite wäre eine Idee gewesen,- aber super langweilig. Also tanzten wir in Mitten vieler Omis und Opis, die sich hin und her schunkelten. Die Musik war auf deren Alter abgestimmt.Und ich bin ja der größte Schlager-Gegner der Welt 😀

Irgendwann  wünschten wir uns ein Lied beim DJ.

„Justin-WER?“ – Gestraft mit dieser Antwort nahmen wir nun alles hin. Andrea Berg, Helene Fischer, DJ Ötzi. Hab ich schon erwähnt, dass dies Musik ist, die mir die  Ohren bluten lässt?

Dann wurden alte Bravo-Hits gespielt. Die Tanzfläche um uns leerte sich, „halbwegs aktuelle“ Lieder entpuppten sich als absolute Rausschmeißer-Musik. Wir tanzten munter weiter und hatten wirklich Spaß. Die männliche Feiergesellschaft war fast vollzählig mit Fotoaparraten ausgestattet, welche ununterbrochen klickten und blitzten. Es war nicht gerade unauffällig, anfangs fühlten wir uns dabei auch etwas unwohl, dann aber war es uns ziemlich egal. Wenn ich mal ganz alt bin, werde ich auch blutjunge Kerle beim tanzen fotografieren. Oder ein Selfie mit denen machen. Ob das meinen späteren Mann stören könnte? Ich denke nicht. Schließlich ist er einer der Jungs auf der Tanzfläche. (Haha).

Kurz vor 00:00 huschten wir in das Zimmer meiner Eltern, zückten Blümchen und Geschenke und bedachten meine Mutter mit vielen guten Wünschen, als es draußen begann, wie wahnsinnig zu krachen. Die guten Neujahrswünsche wurden danach ausgetauscht. Es war in diesem kleinen Kreis wirklich wahnsinnig entspannt.

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Ich möchte behaupten, dass dies mein schönstes Silvester war.

Besonderes Highlight: mein erstes Mal Bleigießen!

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Das ist ein Baum. Oder Brokkoli. Die Bedeutung jedenfalls ist schön.

Auch die restlichen Tage waren unglaublich erholsam, wie Balsam für die Seele.  Ich bin unglaublich gern mit Hannah in einem Zimmer. Ich versuche, früh nicht viel zu sprechen, während sie geduldig versucht, mich nicht zu erwürgen. Ich bin ein absoluter Morgenmensch. Es fehlen nur noch die blauen Vögelchen, die mir mein Kleid überstreifen.  Den Rest des Tages verbrachten wir immer in harmonischer Zufriedenheit. Ist nur morgens kritisch. 😀

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Als der erste Schnee fiel, gab es für mich kein Halten mehr. Jede einzelne Gehirnzelle schaltete auf Flugmodus, ich war im absoluten Winterrausch. An diesem Tag hab ich wohl das ganze Hotel geweckt, so glücklich war ich. Und wenn man glücklich ist, darf man ein bisschen schreien. Und singen. Und hüpfen.

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Wie wunderschön alles aussieht, sobald ein bisschen Schnee seine glitzernden  weißen Sterne als dichte Decke über die Welt legt.

Und es riecht nach Neuanfang. Nach der Ruhe vor dem Sturm, dem positiven Sturm, der dein Leben verändert, weil du es so willst.

Ich war so glücklich, dass ich beim Essen ein Herz in die Serviette riss.

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Der Winterspaziergang ließ mich gleichermaßen dahinschmelzen, wie erfrieren.

Die Jacke war natürlich nur fürs Bild aufgezogen. Ich steh nicht so auf Erkältungen.

Sauna nach einem solchen kalten Zeitvertreib ist wirklich das allerschönste. Ich möchte gern eine eigene Sauna haben. Als zertifizierte Frostbeule würde ich wohl ständig darin sitzen- womöglich auch bloggen.

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15940618_1199775120059377_1129596050127059073_nKann man seine Zeit schöner verbringen, als im Bademantel, am Kamin, ein Buch in der Hand (aktuell lese ich Sternenschanze) und absolute Ruhe um dich herum?

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Das Bild hab ich aus Hannah´s SnapChat-Story geklaut. Sie macht echt schöne Bilder ❤

Während meine Eltern weiterhin in der Sauna garten, probierten wir jeden gemütlichen Platz in unserer Suite aus. Und beschlossen, Fotos zu machen. Manchmal werden das die schönsten, weil man nicht ewig plant und nichts zerdenkt. Spontan ist gut.

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Weil Hannah wirklich gut fotografiert, haben wir gleich noch ein paar Bilder mehr gemacht.

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Es war eine wunderschöne Zeit. Vielen Dank, Mama, Papa und Hannah

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Vorsätze für 2017

Es gibt eigentlich nur einen: ich werde versuchen, mir gesunden Egoismus anzueignen, nicht immer an alle zu denken, außer an mich selbst.

Ansonsten habe ich nur Aufgaben, die nicht verhandelbar sind.

Eine davon ist meine Omi. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie sehr ich sie liebe. Wir haben eine unglaublich enge Bindung. Ich habe meine halbe Kindheit mit ihr verbracht. Nun ist sie 96, dement und seit neustem im Pflegeheim. Sie hatte vor Weihnachten einen schweren Unfall  und musste sogar noch operiert werden. Ich verbrachte jeden Tag im Krankenhaus. Und nun jeden Tag im Heim. Für uns alle ist es unheimlich schwer, zu sehen, dass Omi Hilfe braucht. Sie war immer so selbstständig. Wir übernehmen so viel wir können, aber die Pfleger sind fähig. Das muss ich noch lernen: Aufgaben abgeben. Gehört das zum Egoismus ? Ich betrachte es als meine Urenkel-Pflicht, sie so oft ich kann zu besuchen. Wir reden viel. Ich lese ihr vor. Meine Mama und ich massieren sie. Ich frisiere sie. Ich creme die Wunden ein. Nichts anstrengendes. Und trotzdem bin ich jedes Mal siebzig Kilo schwerer, wenn ich das Heim verlasse. Ich mach mir einfach zu viele Gedanken.

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Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr single zu bleiben. Es wird schwer, mich vom Gegenteil zu überzeugen und ich wünsche mir, dass ich das durchziehe. Ich brauch das jetzt einfach. Zeit für das Wichtige im Leben.

Und deshalb werde ich trotzdem keine Heilige.

Ich habe meine Laster.

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Ich bin wirklich kein Bilderbuch- Mädchen. Sorry – not sorry!

 

Ich hoffe, ihr habt Spaß !

Laura

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