Beziehung – eine Analyse

Ich werde vierundzwanzig. Vierundzwanzig.

Es ist amtlich: ich habe es nicht geschafft, meinen Lebensplan aus Kindheitstagen zu erreichen. Ich bezweifle jedenfalls stark, dass ich nächstes Jahr vor dem Altar stehen werde. Haha. Allein die Vorstellung finde ich absurd, wenn ich mir mein momentanes Leben vor Augen führe. Single und den Kopf voll mit anderen Dingen.

Hab euch trotzdem bei Instagram gefragt, ob ihr Lust auf ein bisschen Beziehungstalk habt. Habt ihr. Und deshalb dürft ihr auch zu Wort kommen. (Nicht böse sein, wenn euer Text nicht vorkommt. Die Vielfalt hat entschieden. Jeweils drei Weibchen und drei Männchen)


Wenn man euch fragt, was Singles vermissen könnten, sagt ihr…

M: „Eigentlich ist es jeden Tag die Frage, warum man überhaupt nach Hause geht, wo nichts wartet. Da bleibt man eben doch 1-2 Stunden länger im Büro.“

W: „Es gibt wenige Momente, aber dann richtig. Ich bin nicht gern allein auf Familienfeiern oder im Kino mit Freunden. Das ist irgendwie ein Pärchen-Ding. Ansonsten genieße ich meine Freiheiten sehr.“

M: „Momente, die sich vertraut anfühlen vom ersten Augenblick an… Sich in gewisse Dinge reinzuteilen, dem anderen Nähe, Vertrautheit, Zuneigung und Liebe zu schenken! Den Partner auffangen…“

W: „Alles! Ich bin so ungern single. Ich fühle mich auch immer extrem beobachtet von so Paaren, die Hand in Hand an mir vorbei turteln. Dieser `Du bist forever alone´-Blick macht mich alle. Ich hab aber das Gefühl, ich passe zu niemandem und niemand so richtig zu mir. Ich vermisse das aber, zu jemandem zu passen, auch, wenn ich das nicht kenne.“

M: „Die Weihnachtszeit lässt viele Singles einfach dauerhaft an Pulsadern-aufschneiden denken. Die ekligste Zeit für Menschen, die alleine sind, obwohl sie´s nicht wollen. Irgendwie ist das allein auch alles nur Kommerz-Mist. Mit Freundin wird´s erträglich.“


W: „Ich vermisse das gemeinsame Einschlafen. Männer sind immer so schön warm und bequem zum ankuscheln. Es schläft sich einfach schöner zu zweit. Wenn man andere Paare sieht, ist das auch hart. Da kommen Erinnerungen hoch…“


Danke an dieser Stelle für so viel Offenheit. ♥

Wenn man mich fragt, wofür ich Pärchen beneide, sage ich…

… dass mir das Rumgealbere fehlt. Ich hatte zum Beispiel eine Zeit lang durchgehend Küchengeräte in meiner Manteltasche, weil mein Exfreund mir fast täglich Kelle und Quirl hineingesteckt hat. Sowas mag ich. Klar, mit Freunden kann man auch lustige Dinge machen, aber die Revanche-Möglichkeiten sind bei Paaren doch deutlich größer.

Ich rede unheimlich viel. Momentan am meisten mit meinem Hund. Ist natürlich schon schöner, wenn man deepen Shit mit einem Menschen besprechen kann, der dich gut kennt und mit dir diskutiert. Und ich gebe zu: ich streite gern. 😀 Ich liiiebe dieses Gerangel, wenn man doch genau weiß, dass man sich sowieso wieder verträgt.

Ab und zu beneide ich Paare auch einfach dafür, dass sie zu zweit sind. Man kann sich viel abnehmen und sich gegenseitig unterstützen. Jeder braucht einen Cheerleader. Und ab und zu einen Ordnungs-Gong.  Im besten Fall alles in einer Person.

Trotzdem bin ich nicht traurig. Sind wir mal ehrlich: es gibt auch einige Nachteile.

Ich habe mir das so ausgesucht und irgendwann ändert sich mein Status mit dem richtigen Mann, der mich zum Lachen bringt und gnadenlos ehrlich ist. Oder Toni Mahfud. Der könnte das auch ändern. 😀 #Fangirl


Ich wünsche euch eine gute Weihnachtszeit ohne Single-Frust oder Beziehungsstress. Denn (und das vergessen wir ja gern mal) es ist das Fest der Liebe. Und da könnte man direkt mit dem wichtigsten Menschen anfangen. Mit uns selbst. ♥