Weihnachtsfest für Bedürftige ♥

Der Verein „Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen und Bedürftigen e.V.“ lud zum zweiten Mal zum Weihnachtsessen ein. Diesmal in der neuen Ballsport-Arena. Beschränkt war dieses Fest nicht nur für Menschen ohne Dach über dem Kopf. Es durften all jene kommen, die bedürftig sind. Gratis und finanziert durch Spenden. Jeder, der bei der Organisation half, tat des freiwillig. Und gern.

20171212_1656001799655238.jpg20171212_165702278592713.jpgimg-20171212-wa00431530924840.jpgIch war als Helfer eingeteilt und nahm diese Aufgabe sehr ernst. Meine angeheuerte Helfercrew umfasste noch zwei junge Männer und eine langjährige Freundin. Sie alle waren Gold wert, haben die Aufgaben gesehen, angepackt und sich liebevoll um das Wohl aller Gäste gekümmert. Danke! Und Danke an alle, die dieses Zusammenkommen von so vielen Menschen ermöglicht und bereichert haben.

Aus den Augen eines Helfers – oder: Die wahre Bedeutung von Weihnachten ♥

Schon beim Hereinkommen sah ich, wie die Gäste sich vor den Toren fast überrannten, um ins Innere der Halle gelangen zu können. Eine vibrierende Anspannung erfüllte die riesige Location, gemischt mit Vorfreude und vielleicht ein paar Bedenken. Schließlich macht man sowas nicht jeden Tag.obdachlosenweihnachtsfeier-218.jpgIch bemerkte die Presseleute, die, wie ich hoffte, nun allesamt überzeugt werden würden, dass es hier um keine politische,- sondern menschliche Wohltätigkeits-Aktion handelte. Vielleicht habt ihr mitbekommen, wie sehr der Verein schriftlich von einigen Zeitungen zerpflückt wurde. Unglaublich unfair und sinnlos. Ich habe dazu immer nur eins gesagt: WER HIER HILFT, IST VÖLLIG EGAL. ICH BIN ALLEN DANKBAR, DIE ES TUN. NUR SO KANN MAN ETWAS VERÄNDERN. obdachlosenweihnachtsfeier-219.jpgDie Stationen mit den ausgelegten Spenden wie Kleidern, Spielzeugen, Obst, Stollen usw. waren von Anfang bis Ende sehr begehrt und viele konnten kaum fassen, dass kein einziger Cent dafür verlangt wurde. Das alles war nur möglich, weil der Verein so viele Spender generieren konnte. 

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Mein Wirkungsbereich war der Service. Ich lief mit Tabletts durch die Tischreihen und befragte die Versammelten nach ihren Getränkewünschen. selten habe ich solche Dankbarkeit für derartige Kleinigkeiten erfahren. Es dauerte nicht lange, bis die Leute sich meinen Namen merkten. Ich bin ehrlich: gerade die Generation Oma/Opa brach und erwärmte mir das Herz.  Ich liebe alte Menschen und finde es schrecklich, dass so viele viel zu wenig Geld haben und ihren Lebensabend – obwohl sie es verdient hätten!- nicht genießen können. Ich wurde ein paar Mal umarmt und rührende Aussagen wie „Danke, Laura, Sie sind hier alle so nett!“ motivierten mich gleich noch mehr. Ich wollte, dass jeder spürt: Wir vergessen euch nicht. Und ich bin mir sicher, dass wir das alle bewiesen haben.

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Prominente Unterstützung gab es von Linda Feller. Ich mag sie total gern, weil sie so ein riesiges Herz hat und immmmer lächelt. Das steckt an. Sie sang ein paar ihrer Hits und schon bald tanzten die ersten Gäste ausgelassen. Auch wieder ein rührender Moment.

OBDACHLOSENWEIHNACHTSFEIER 191OBDACHLOSENWEIHNACHTSFEIER 204Als wir Weihnachtsliedtexte verteilt hatten und Linda mit klarer Stimme anstimmte, stellten wir Helfer uns im kleinen Grüppchen neben die Bühne und sangen mit. Außerdem fast 500 Bedürftige (es singen nie alle mit, aber das stört ja auch nicht♥). Wahnsinnig schön!

Später wurde noch Bingo gespielt. Und an dieser Stelle möchte ich meine drei Helfer noch einmal lobend hervorheben. Innerhalb weniger Minuten hatten wir ein gutes, funktionierendes System entwickelt, hunderte Menschen in ordentliche Schlangen einzureihen, Bingo-Reihen zu kontrollieren und ihnen den Weg zu den Geschenken zu weisen. Die dort engagierten Wichtel waren ebenfalls großartig. odachlosenfeier.jpgStrahlende Gesichter waren der größte Lohn für unsere Arbeit. Schaut euch diese glücklichen Menschen an… Da wird das Herz warm ! ♥♥♥

Hiernach folgte unsere erste Pause. Nach fünf Stunden Getränke-Ausschenken, Zettel-Verteilen, Bingo-Wahnsinn. Meine Eltern halfen beide auch bei der Feier. Meine Mutter war beim Kleider-Verteilen dabei und später beim Essen-Verteilen, mein Vater half überall, machte viele Fotos und besorgte eine leckere Stärkung für die Helferlein. Wir stürzten uns ausgehungert auf die Brötchen und genossen einen Moment der Ruhe.

 

Als das Abendbrot ausgeteilt wurde, duftete es überall nach Gans (oder Ente?), Rotkraut und Klößen. Ich beobachtete, wie sehr einige der Gäste dieses Essen schätzten – und fragte mich unweigerlich, wie lang deren letztes Festmahl wohl her sein mochte.

Natürlich habe ich schon ganz oft gehört: „Meinst du nicht, dass ihr mit einem Fest nichts ausrichten könnt?“ Und ich antworte jedes Mal: DOCH. Nicht, weil es tatsächlich diese eine Feier wäre, die Bedürftigen dauerhaft hilft. Sondern weil wir neben wunderschönen Erinnerungen auch Aufmerksamkeit von vielen Menschen bekommen, die mögliche neue Spender sein können und neue Helfer für die Organisation gefunden werden.

Auf der Homepage des Vereins findet ihr auch alle Informationen zu den Angeboten für Obdachlose und Bedürftige, die Gründer und anstehenden sowie vergangenen Veranstaltungen.

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BITTE MACHT EINEN SCREENSHOT ! Wenn ihr das nächste Mal einen frierenden, bettelnden oder offensichtlich hilfsbedürftigen, armen Mitmenschen auf der Straße trefft, denkt daran: In Dresden muss niemand frieren und hungern. Die meisten Hilfsangebote der Stadt sind aber nicht kostenfrei, das wissen die wenigsten. Geld, welches besagte Leute nicht haben. Ihr könnt helfen, denn ihr habt ja nun ein Bild auf dem Handy, welches Adresse und Auskünfte zum Verein von Ingolf Knajder enthält. Hier bekommen die Bedürftigen alles kostenlos. Und noch mehr helfen können wir, wenn wir solche tollen Projekte unterstützen, damit alles weiterhin kostenfrei bleiben kann. Mit Spenden und Arbeitskraft und Verbreitung. 


Schlussendlich möchte ich noch sagen: Ich vermisste dieses Jahr meine gewohnte Weihnachtsstimmung. Ich habe sie gefunden. Durch dieses Projekt, durch die Arbeit dort und das Strahlen in den Augen von Menschen, denen ich (denen WIR ALLE) helfen können. Darum geht´s doch wirklich zu Weihnachten. Freude schenken, Herzen öffnen.  Es war eine unglaubliche Erfahrung. Und nicht die letzte mit diesem tollen Verein. ♥

Und yaay, HAPPY END ! BILD hat einen tollen Artikel geschrieben!

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Habt tolle Weihnachten, ihr Lieben. ♥

Eure Laura